DR. MED. PASSFELD
PRAXIS FÜR ALLGEMEINMEDIZIN UND HOMÖOPATHIE

Zur Impfung in der Praxis (ist in Überarbeitung)

 

26.08.2021 Ich habe bisher 582 Erstimpfungen in der Praxis durchgeführt. Das war die maximal erhältliche Menge an Biontech Impfstoffdosen und soviel Astra-Zeneca und Johnson&Johnson wie organisatorisch möglich war. Mittlerweile ist der Biontechimpfstoff ohne Beschränkung frei verfügbar und es gibt keine "Wartelisten" mehr. Wir werden auch im August den Donnerstag als Impftag beibehalten aber nur noch vormittags impfen. Die Impfungen werden nicht mehr solch einen Raum bekommen wie in den letzten Wochen und ich werde wieder mehr Zeit haben für die normale hausärztliche und homöopathische Behandlung.

Alle Themen bezüglich der Impfung klären Sie bitte ausschliesslich per mail mit mir.  Aktuell können Sie in der Regel jeweils am nächsten Donnerstag einen Impftermin bekommen. (bitte auch in den Spam-Ordner schauen).

Ich habe mich sehr gefreut über ihre vielen guten Rückmeldungen zu dieser Seite und werde so wie es meine Zeit zulässt weiterhin über relevante Entwicklungen aus meiner Sicht berichten.

 

Impfungen für Kinder und Jugendliche (16.8.21)

Heute hat die Stiko wie zu erwarten die Impfempfehlung auf 12-17-jährige ausgeweitet. Sie begründet diese Entscheidung damit, dass 1. die amerikanischen Daten weniger Herzmuskelentzündungen nach Impfung bei Kindern zeigen als die bisherigen Daten aus Israel (ich halte es für fraglich, ob die amerikanischen Nebenwirkungsraten 1:20.000 der Realität näher kommen als die israelischen 1:3000-6000, da der Zugang zum amerikanischen Gesundheitssystem für viele Menschen eingeschränkt ist und ich dort eine höhere Dunkelziffer vermute) 2. die Deltavariante mehr Infektionen bei Kindern+Jugendlichen verursachen wird als die bisherigen Berechnungen vorausgesagt haben (was jetzt schon länger bekannt ist und die ganze Bevölkerung betrifft) und 3. die Kinder vor Covid19 und den psychosozialen Folgen der Erkrankung geschützt werden sollen. (in meinen Augen rechtfertigt das keine Impfung für diese Altergruppe).

Ich sehe diese Entscheidung in erster Linie dem politischen Druck geschuldet und weniger neuen wissenschaftlichen Erkentnissen.

Unverändert ist die Einschätzung der Stiko, dass nur eine sehr geringe Gefahr für schwere Verläufe bei gesunden Kindern besteht und das Auftreten von Long Covid bei Kindern äusserst selten oder auch garnicht vorkommt. (Zitat aus der heutigen Erklärung: Unsicher bleibt, ob und wie häufig Long-COVID bei Kindern und Jugendlichen auftritt.)

 

Ich werde weiterhin in meiner Praxis nur aus schwerwiegenden psychosozialen Gründen oder bei schweren chronischen Krankheiten Kinder und Jugendliche impfen.

Ich finde den Beitrag von meinem Kollegen Christoph Bernhardt im Diskussionsforum des Hausärzteverbands sehr treffend. Deshalb übernehme ich ihn an dieser Stelle:

In meinen Augen vertritt die Stiko bei den Kinderimpfungen die einzig rational begründbare Haltung, indem sie von einer generellen Impfung in dieser Altersgruppe abrät.

Da die Impfung zwar gut vor schweren Verläufen schützt, aber nach neueren Daten aus Israel bis zu 60 % der Geimpften trotzdem noch leicht erkranken können (1), gibt es für Kinder keinen wirklichen Nutzen. Schwere Verläufe treten bei ihnen ohnehin selten auf und leichte Verläufe werden durch die Impfung nur prozentual verringert. Damit wird auch das Risiko von Long Covid, das ja auch nach leichten Verläufen auftreten kann, durch die Impfung ebenfalls nur prozentual verringert.

Aufgrund der Tatsache, dass die Impfung leichte Infektionen nicht verhindern kann, ist auch, wie Streeck, Kekulé (2) und selbst Drosten zugeben, durch die Impfung keine Herdenimmunität möglich, weshalb sich ja auch nahezu alle Experten einig sind, dass Covid 19 endemisch bleiben wird. Damit entfällt auch das ethisch ohnehin sehr problematische Argument einer fremdnützigen Impfung der Kinder nicht zu ihrem Schutz, sondern zur Erreichung der Herdenimmunität.

Dem fehlenden Nutzen stehen gerade in dieser Altersgruppe erhebliche Risiken entgegen.  In Israel trat bei einem von 3000 männlichen geimpften Jugendlichen eine Herzmuskelentzündung auf, eine in meinen Augen erschreckend hohe Quote.  (3)

Selbst die Chefentwickler von AZ und Curevac, die sicher den besten Überblick über die Daten haben (sogar über die unveröffentlichten) sehen die Impfung der Kinder kritisch.

S. Gilbert, Chefentwicklerin von AZ stellt die gleiche Überlegung wie die Stiko an: "Wenn also die Übertragung (durch die Impfung) nicht zu verhindern ist, und Kinder weder schwer erkranken noch sterben, dann stellt sich die Frage: Lohnt sich das Impfen?" (4)

Wenn selbst die wissenschaftlichen Leiter der Impfstoffstoffentwicklung von der Impfung der Kinder nicht überzeugt sind, scheint es bei objektiver Betrachtung doch recht wenig Argumente für die Kinderimpfung zu geben.

Natürlich kann man verschiedene Einschätzungen in dieser Frage haben, ich persönlich halte es jedoch für sehr problematisch, Kinder zu impfen, wenn die Risiken vermutlich höher als der Nutzen sind.

.........

Auch in USA konnte Prof. Makary bei einer Analyse von 48 000 Verläufen bei Kindern zeigen, dass die Todesfälle nur bei schweren Vorerkrankungen wie Leukämie auftraten und in USA offenbar wie in  D. kein einziges Kind ohne gravierende Vorerkrankungen an Covid 19 gestorben ist. Für schwer vorerkrankte Kinder empfiehlt die Stiko ja auch die Impfung. Es ist aber m. E. wissenschaftlich nicht redlich, wenn man mit Todesfällen bei Leukämiekindern unter Chemotherapie die Impfung von gesunden Kindern zu rechtfertigen versucht. Das ist leider ein Muster, das in vielen Debatten rund um Covid 19 vorkommt.

Zu  MIS (Multiinflammationssyndrom):  MIS ist zwar eine schwere, akute Erkrankung, die heute aber in der Regel sehr gut behandelbar ist. Der mittlere Verlauf der Hospitalisierung betrifft nach einer Studie 5 Tage, bisher ist in D. kein einziger Todesfall in Zusammenhang mit MIS bei Covid 19 bekannt. Zudem ist es absolut unklar, ob die Impfung nicht gerade bei Kindern, die häufig sehr heftig darauf reagieren, ebenfalls ähnliche hyperinflammatorische Syndrome auslösen kann.


1) https://www.cnbc.com/2021/07/23/delta-variant-pfizer-covid-vaccine-39percent-effective-in-israel-prevents-severe-illness.html

2) Zitat Kekulé: 

"Das ganze Konzept der Herdenimmunität können sie knicken. Das ist eine Wurst, die der Bevölkerung unter die Nase gehängt wird seit Anbeginn dieser Pandemie…selbst die Genesenen und die Geimpften können nochmal angesteckt werden .... es ist fast schon unlauter, der Bevölkerung zu sagen, ihr müsst jetzt eure Kinder impfen, damit wir Herdenimmunität erzielen, das ist nicht so, wir werden keine Herdenimmunität haben... Dieses Virus kam, um zu bleiben "

https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/kekule-corona/audio-restrisiko-freiheiten-geimpfte100.html (ab Minute 48)

3)https://www.sciencemag.org/news/2021/06/israel-reports-link-between-rare-cases-heart-inflammation-and-covid-19-vaccination

4)  https://www.n-tv.de/panorama/Astrazeneca-Forscherin-bezweifelt-Nutzen-article22687707.html

 

TERMINVERGABE

Schreiben Sie mir bitte eine e-mail wenn Sie gegen Covid 19 geimpft werden wollen. Vektorimpfstoffe verimpfe ich aktuell kaum noch. Vereinzelt gibt es noch Nachfragen nach Johnson&Johnson, deshalb versuchen ich kleine Mengen davon zu bestellen wenn möglich. Mit Johnson&Johnson impfe ich Menschen, die nicht an Autoimmunerkrankungen leiden. Mit Biontech impfe ich Patient*innen, die 18 Jahre oder älter sind. In der Altersgruppe 12-17 impfe ich nur Menschen mit ernsten chronischen Erkrankungen oder aus sozialen oder psychischen Gründen. Diese Entscheidung wird sich auch nicht ändern, wenn die STIKO generell die Impfung aller Kinder und Jugendlichen empfiehlt, was aufgrund politischen und gesellschaftlichen Drucks vermutlich kommen wird. Junge Erwachsene impfe ich nur, wenn deutlich wird, dass eine Auseinandersetzung mit den möglichen Nebenwirkungen stattgefunden hat (siehe unten).

 

 

mail@homoeopathiepraxis-altona.de

 

Die Impfstoffe

Lesen Sie bitte die folgenden Informationen zum Impfstoff, damit wir in der Praxis Zeit sparen und vor der Impfung nur noch Ihre offenen Fragen klären müssen.

 

Als bei vielen Impfungen bekannte sehr seltene Nebenwirkung kann bei allen Covid-Impfstoffen das Guillain-Barré-Syndrom auftreten, eine symmetrisch meist von den Beinen aufsteigende Muskellähmung, die lebensbedrohlich sein kann, in der Regel aber folgenlos ausheilt.

 

Comirnaty (Biontech/Pfizer) 7.7.2021: 

Der mRNA-Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer hat in den Beobachtungsdaten aus Israel eine sehr hohe Wirksamkeit gezeigt. Die Wahrscheinlichkeit an Covid-19 zu erkranken reduzierte sich um 97% und die Wahrscheinlichkeit, dass man jemand anderen mit dem Virus ansteckt reduziert sich um 94%. Erste Studien lassen vermuten, dass der Schutz gegen Infektion durch die Deltavariante deutlich niedriger liegt, der Schutz gegen schwere Verläufe bleibt allerdings bei über 90%. Das bedeutet auch, dass wie bei den Vektorimpfstoffen der Anteil an Geimpften, die keine oder wenig Symptome haben, aber trotzdem ansteckend sind wieder zunimmt. Bitte bedenken sie das für ihr Verhalten im Alltag. Der Impfstoff zeigt deutlich mehr akute Nebenwirkungen als wir es von anderen Impfungen kennen. Dabei sind die Reaktionen bei älteren Impflingen in der Regel weniger stark ausgeprägt. Sehr häufig gibt es Schmerzen am Impfarm, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, grippales Krankheitsgefühl und leicht erhöhte Temperatur mit Schüttelfrost. In einzelnen Fällen kommt es zu starken Reaktionen auch mit Temperaturen über 40 Grad. Auch Übelkeit stellt sich bei einigen ein. Die Reaktionen sind in der Regel spätestens nach 3 Tagen vorbei, meist fühlt man sich 1 bis 1,5 Tage schlecht. Ich empfehle 2 Tage als Ruhephase nach der Impfung einzuplanen. Sollte es zu stärkeren Reaktionen kommen kann man Paracetamol zur Erleichterung einnehmen. Bei 0,1-1% der Impflinge kommt es zu Lymphknotenschwellungen als Zeichen der Immunantwort. Sehr selten kann es zu  einer vorübergehenden Facialisparese, also der Lähmung eines Gesichtsnerven kommen (4 Fälle unter 20.000 Impflingen in der Zulassungsstudie). Ebenfalls selten ist das späte Auftreten eines "Covid-Arms". Dabei kommt es 7-10 Tage nach der Impfung zu einer Entzündungsreaktion an der Impfstelle, die von alleine mit Kühlung (Quarkwickel) abklingt. Wie bei allen Impfungen können auch allergische Reaktionen auftreten, in seltenen schweren Fällen bis hin zum anaphylaktischen Schock. Da die mRNA Technik neu ist kann man nicht ganz ausschliessen, dass es weitere seltene, bisher nicht entdeckte Nebenwirkungen gibt.

Es gibt ein erhöhtes Myokarditisrisiko v.a. für Männer unter 30, aber auch Frauen sind betroffen. Laut israelischen Daten kommt es auf 3000-6000 Männer zwischen 16-24 zu einer klinischen Herzmuskelentzündung, die in der Regel nach einigen Tagen bis Wochen abklingt. Der Befund wird noch weiter untersucht. Ich halte das für ein ziemlich hohes Risiko in Anbetracht der aktuellen Inzidenz und des vergleichsweise geringen Risikos für schwere Covid-Verläufe in dieser Altersgruppe. Wie bei den Vektorimpfstoffen sieht es auch hier nach einer altersabsteigenden Risikozunahme aus. Also junge Männer, bitte gut abwägen. Grundsätzlich gilt bei stärkeren Impfnebenwirkungen genauso wie bei jedem Infekt: erst wieder losgehen, wenn man wieder richtig fit ist und v.a. kein Sport/starke Anstrengung in den ersten Tagen nach Impfung. Bei Brustschmerzen, Herzrasen und Kurzatmigkeit nach der Impfung sollten sie sich rasch in ärztlich Behandlung begeben.

Ausserdem gibt es Hinweise auf eine Aktivierung von Herpesinfektionen (Rezidive von Lippenherpes aber auch Gürtelrosen). Diese Beobachtung kann ich mittlerweile auch aus meiner Praxis bestätigen.

Die zweite Impfung wird 6 Wochen nach der ersten verabreicht. In der Regel ist die Impfreaktion nach der zweiten Impfung stärker. Bei der Erstimpfung geben wir den Termin für die nächste Impfung mit. Wegen der Praxisferien werden wir teilweise kürzere oder längere Impfabstände haben (3-7 Wochen).

 

Janssen (Johnson&Johnson) 9.8.21:

Grundsätzlich gilt wie für Vaxzevria, dass das Risiko für schwere Impfnebenwirkungen mit absteigendem Alter zunimmt. Die Tatsache, dass Janssen eine Einzelimpfung ist verkleinert das Risiko gegenüber Vaxzevria nicht, da bei Vaxzevria 95% der schweren Impfkomplikationen nach der ersten Impfung aufgetreten sind. Die Risikoverringerung nach Impfung eine Coviderkrankung zu bekommen beträgt 65% (vor Delta). Die Gefahr für einen schweren Verlauf reduziert sich um 75% (Johnson&Johnson gibt eine Risikoreduktion von schweren Verläufen um 85% nach 28 Tagen an). Diese Daten stammen allerdings aus der Zulassungsstudie. Bei  Biontech und Astra hat sich gezeigt, dass die Daten aus den Anwendungsstudien (also der Alltagsversorgung) besser sind, als in den Zulassungsstudien. Astra hat in der Zulassungsstudie auch nur 60%, bzw ein Studienarm 70% Risikoreduktion gezeigt. Das RKI gibt mittlerweile für Astra eine Wirksamkeit von >80% aus den "Real-life-Daten" an. Die Nebenwirkungen der Vektorimpfstoffe sind sehr ähnlich, deshalb lesen sie bitte meine Einschätzung zu Vaxzevria. Nach derzeitigem Stand kommt es nach einer Impfung mit Janssen seltener zu Thrombosen/Thrombopenie als nach Vaxzevria. Mit Stand 12.4. waren in den USA 8 Fälle von seltenen schweren Thrombosen bei Frauen zwischen 20-50 bekannt bei 1,4 Millionen verimpften Dosen in dieser Altersgruppe bei Frauen. (Prozentangaben gelten noch für den Ursprungsvirus)

 

Vaxzevria (Astra-Zeneca) 8.5.21

Der Vektorimpfstoff von Astra-Zeneca zeigt auch bei über 60-jährigen Menschen eine gute Wirksamkeit. Zunächst hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) nur eine Zulassung für Jüngere erteilt weil in der Zulassungsstudie zu wenig ältere Menschen eingeschlossen waren. Mittlerweile zeigen Beobachtungsstudien, dass die Wahrscheinlichkeit der Notwendigkeit einer stationären Behandlung im Falle einer Covid-Erkrankung auch bei über 75-jährigen um 80% niedriger ist, als bei ungeimpften. Die Wahrscheinlichkeit eine symptomatische Covid-19 Erkrankung zu bekommen reduziert sich für alle Altersgruppen um mindestens 60% (Die Wirksamkeit ist also um ein vielfaches höher als bei der Grippeimpfung...). In englischen und israelischen Beobachtungsstudien zeigen sich auch Hinweise auf eine verminderte Infektiosität der Geimpften und weniger asymptomatische Infektionen (75% weniger positive PCR Tests bei dem untersuchten, gesunden Krankenhauspersonal und eine um 70-80% reduzierte Viruslast im Rachen bei erkrankten Geimpften im Vergleich zu erkrankten ungeimpften).
Wie bei den mRNA-Impfstoffen ist mit Lokalreaktionen, insbesondere Druckempfindlichkeit und Schmerz an der Injektionsstelle, bei bis zu 70% zu rechnen. Systemische Reaktionen wie Müdigkeit, Kopfschmerz, Krankheitsgefühl und Muskelschmerzen treten ebenfalls bei bis zu 70% auf und werden von bis zu 8% als schwer eingestuft. Die weiteren am häufigsten berichteten Impfreaktionen in den Zulassungsstudien waren erhöhte Temperatur und Schüttelfrost (mehr als 30%) und Gelenkschmerzen und Übelkeit (mehr als 20%). Häufig (zwischen 1% und 10%) wurde über Erbrechen, Durchfall, Rötung und Schwellung der Einstichstelle sowie Fieber berichtet. Gelegentlich (zwischen 0,1%-1%) traten Lymphknotenschwellun-gen, verminderter Appetit, Schwindel, Schläfrigkeit, vermehrtes Schwitzen, Juckreiz und ein allgemeiner Hautausschlag auf.

Als seltene, schwere, zum Teil tödliche Impfnebenwirkungen traten v.a. bei Frauen unter 60 Jahren Thrombosen der Venen im Kopf und am Darm auf, teilweise zusammen mit erniedrigter Zahl an Blutplättchen mit Blutungen. Neuere Auswertungen zeigen, dass auch das Risiko für Männer unter 60 und für über 60-jährige Frauen erhöht ist. Nur bei Männern über 60 gibt es kein erhöhtes Auftreten dieser besonderen Thrombosen.

Innerhalb von 16 Tagen nach der Impfung ist mit dem Auftreten von 2-3 durch die Impfung verursachten Sinusvenenthrombosen auf 100.000 geimpfte Frauen und mit 1-2 Sinusthrombosen auf 100.000 geimpfte Männer zu rechnen. Nach den deutschen Meldedaten vom 30.3. gibt es 2 Sinusthrombosen auf 225.000 geimpfte Frauen über 60 und keinen bekannten Fall bei 135.000 geimpften Männern über 60.

In meiner Praxis wird der zweite Impftermin in der Regel auch weiterhin nach 12 Wochen stattfinden. Die Boosterung schon nach 4 Wochen, wie der Experte Herr Spahn sie empfiehlt, führt zu einer deutlich reduzierten Wirksamkeit der Impfung mit einer Risikoreduktion von nur noch ca. 60% (wie in der Zulassungsstudie, die lediglich eine 60% Risikoreduktion gezeigt hat). Bei einem Impfabstand von 12 Wochen erniedrigt sich die Wahrscheinlichkeit an Covid 19 zu erkranken um ca. 80%, das Risiko für einen schweren Verlauf um ca. 95%.

Fazit: Die Firma Astra-Zeneca hat eine schlechte Kommunikationsstrategie und fehlerhafte Auswertungen von Studiendaten vorgelegt. Der Impfstoff hat eine etwas schlechtere Wirksamkeit als die mRNA-Impfstoffe und seltene aber schwerste, z.T. tödliche Nebenwirkungen v.a. bei jüngeren Frauen, aber auch bei Männern unter 60 und ebenfalls auch bei älteren Frauen. Aber das Wirkprinzip ist etablierter als bei den mRNA-Impfstoffen und die Wahrscheinlichkeit schwer an Covid-19 zu erkranken ist deutlich verringert nach der Impfung. Für alle Männer und Frauen über 60, die keinen engen Kontakt zu Hochrisiko-Personen haben ist Vaxzevria ein guter Schutz vor schwerer Covid-19-Erkrankung. Die Stiko empfiehlt auch weiterhin die Impfung für unter 60-jährige nach guter Aufklärung und individueller Abwägung. Für unter 60-jährige: Überlegen Sie sich bitte genau, ob der Wunsch in den Urlaub zu fahren oder anderes lang vermisstes wieder tun zu können eventuell der Hauptgrund für ihren Impfwunsch ist und ob er die möglichen Risiken der Impfung für Sie aufwiegt.

 

Detailiertere Informationen zum Thema Sinusthrombosen bei Vaxzevria finden Sie hier:

https://www.arznei-telegramm.de/html/2021_04/2104508_01.html

Eine verständliche Einschätzung der Risikowahrscheinlichkeit aus Sicht der über 60-jährigen finden Sie hier:

https://www.hausarztsachsen.de/files/vision/aktuell/Aktuelles_SHAEV%20-%202021/DEGAM_Handreichung_AstraZeneca.pdf

 

 

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